PROLLblog


Was die Deutschen wirklich im Netz suchen by 124c41
5. Dezember 2007, 00:42
Filed under: Diverses, Satire

Was die Deutschen im Netz suchen

Die Bildzeitung verspricht zu offenbaren, was „die Deutschen“ so alles im Netz suchen. Natürlich haben diese Stümper aus dem Mitbewerb mal wieder nur halbe Arbeit geleistet, und der/die PROLLblog(in) hat keine(r) Mühe(r) gescheut, einmal einen Blick ins Klo in die Logdateien des Webservers zu werfen.

Hier ganz exklusiv und in grauer Farbe, was die Deutschen in den letzten 30 Tagen wirklich im Netz gesucht haben:

tot — Dieses Adjektiv war mit 2459 Zugriffen (13,3 Prozent) absoluter Spitzenreiter. Es lag noch deutlich vor verschiedenen Kombinationen des F-Wortes. Was bewegt wohl einen Lebenden, einfach nur das Wort „tot“ bei Google einzugeben? Es muss das Weihnachtsfest sein. Oder die Politik. Oder die Bildzeitung. Oder sonstwas.

tokio hotel — 240 Zugriffe (1,3 Prozent) suchten nach näheren Informationen zu den sympathischen Darstellern der industriell gestanzten Rockmusik. Das ist wichtig und gut für die Vermarkter, zeigt es doch, dass das Geplärr gut ankommt. Ein Zusammenhang mit „tot“ besteht leider nicht, ich zitiere ganze Suchphrasen.

der mond — 92 Zugriffe (0,5 Prozent) von Menschen, die lieber etwas in Google eingeben, anstatt dass sie einfach ihren Blick gen Himmel richten. Oder haben die tagsüber den Mond gesucht? Da hätten sie auch lange suchen können. Ob Google den gewünschten Anblick gebracht hat.

der tot — 45 Zugriffe (0,24 Prozent), die belegen, dass es beim Ende einigen Netzlesern nicht wirklich auf die Endung ankommt. Das ist aber auch schwierig mit der Auslautverhärtung im Deutschen. Rächtschraibong ist driviahl, und Google wirds schon richten.

nazi — Ebenfalls 45 Zugriffe (0,24 Prozent), die nicht ganz so schwarz sahen, dass sie nach dem/der Tod(in) suchten. Dafür wollten sie braun sehen. Ob Google wohl gut bedient hat?

activia — 43 Zugriffe (0,23 Prozent) stammen von Menschen, die offenbar zu doof zum Scheißen sind. Ob diese mit den Menschen zusammenfallen, die etwas braunes im Netz sehen wollten, bleibt allerdings das Geheimnis von Google.

fickstute — 40 Zugriffe (0,22 Prozent) von Männern, bei denen schon die Wortwahl verrät, dass ihnen die Artschranke beim Geschlechtsakt zuwider ist. Ob sich Kreationisten unter diesen geilen Hengsten befinden, ist unklar. Es würde aber angesichts der religiösen Reinheit nicht verwundern, wenn solche dreckigen Fantasien gehäuft unter Kreationisten auftreten.

arschloch — 37 Zugriffe (0,20 Prozent) wählten den Umweg über Google. Dabei findet sich auf dem Webserver des Deutschen Bundestages für jeden Tag das passende Arschloch in Text und Bild. Da bedarf es keines langen Suchens.

poker games — 31 Zugriffe (0,17 Prozent) belegten, dass noch nicht jede(r) Netznutzer(in) ausreichend mit Glücksspiel- und Casino-Spam versorgt ist. Die Spammer arbeiten daran, diesen Missstand zu beheben.

tittenstute — 26 Zugriffe (0,14 Prozent) von Männern, denen die Anatomie eines Pferdes ganz offenbar fremd geworden ist. Wenn die Stute fette Titten hat, war zu viel LSD im Frühstück.

masturbieren — 23 Zugriffe (0,13 Prozent) kamen sogar von Männern, die nicht einmal mehr wissen, wie man die „Liebe an und für sich“ betreibt und auch dafür noch der Hilfestellung Googles bedurften. Wenn sie mal die Hände von Maus und Tastatur nehmen würden, dann fänden sie die passende Stelle für die manuelle Stimulation recht schnell.

Aber neben die populären Themen gibt es auch die unpopulären, die nur selten gesucht werden. Sie sind ein interessanter Einblick in die mentalen Randbereich deutscher Internet-Nutzer.

sperma auf brot (3 Zugriffe) — Dieses Gericht ist doch so einfach herzustellen, dass man nicht mit Google nach einem Rezept suchen muss.

arabischer fisch (2 Zugriffe) — Fische haben normalerweise keine Ausweise, Vaterländer und Religionen. Sie schweigen auch alle in der gleichen Sprache. Das macht unsere schuppigen Genossen im Theater des Lebens so sympatisch. Wer einen Fisch findet, der sich als arabisch bezeichnet, melde sich bitte.

ball plural (2 Zugriffe) — „Balla Balla“

dumme werbungen (2 Zugriffe) — Die findet man nicht mit Google, sondern indem man nach 0:00 Uhr die Glotze anwirft. Die Dummheit der diversen Handy-Abzocker, Porno-Werbungen und fragwürdigen Glückspiele wird nur noch von der Werbung für diesen Scheiß überboten.

hitlers ufo (2 Zugriffe) — So etwas findet man nicht bei Google, sondern in Neuschwabenland. Nähere Informationen beim nächsten braunen Esoteriker um die Ecke.

kotzhilfe (2 Zugriffe) — Ich verwende im allgemeinen den Feed der Tagesschau.

wann war cebit 2001 (2 Zugriffe) — Im Jahre 2001 natürlich.

aliens die echten (1 Zugriff) — Diese freundlichen Lebensformen aus Schleim, Schuppen und höherer Intelligenz gibt es vermutlich überall im Weltraum. Nur nicht auf der Erde. Und schon gar nicht vor einem Computer.


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