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Der Flüchtling und die Fee — ein Märchen aus der BRD by 124c41
25. Oktober 2015, 13:28
Filed under: Diverses, Satire | Schlagwörter: , ,

Ein Mann hat gerade als Flüchtling die Grenze der BRD überschritten, da erscheint ihm eine Fee und sagt: „Du hast drei Wünsche frei“.

Der Mann fragt völlig ungläubig: „Stimmt das wirklich“?

Und die Fee antwortet: „Ja, es stimmt“.

Da sagt der Mann, geprägt von den Strapazen seiner Flucht seinen ersten Wunsch: „Ich wünsche mir, dass ich so reich bin, dass ich niemals mehr irgendeine Not leiden muss“.

Die Fee schwingt einen Stab durch die kalte Luft, und hinter dem Stab entstehen unwirkliche Leuchterscheinungen; Pünktchen, die sich verdichten, massiv werden, Strukturen bilden. Während Geräusche aus einer anderen Welt zart und hell ans Ohr dringen, materialisiert sich aus sternigem Leuchten ein riesen Haufen Banknoten aus dem Nichts.

Der Mann greift nach den Banknoten und steckt sie schnell und unverhohlen gierig in sein ärmliches Gepäck — er wirft dafür die von seiner Flucht durchgeschwitzte, dreckige Wäsche weg, die er nun niemals mehr benötigen wird.

Als er damit fertig ist, sagt er seinen zweiten Wunsch: „Ich wünsche mir, dass meine Familie hier bei mir in Deutschland ist und dass wir ein schönes Haus haben“.

Wieder schwingt die Fee ihren Stab durch die kalte Luft, und hinter dem Stab entstehen aus dem Nichts Strukturen aus flirrendem Licht, die sich in der kalten Luft vergrößern und verdichten. In kaum wahrnehmbarer Geschwindigkeit nimmt der lichte Staub Gestalt an, formt sich zu einem kleinen, hübschen Haus mit Vorgarten. Die Tür öffnet sich, und seine drei Söhne laufen dem Mann hurtig entgegen, fassungslos und glücklich, ihren Vater so nach langer Zeit endlich gesund und lebendig wiederzusehen. Etwas langsamer kommen seine Frau und seine Töchter aus dem Haus und können kaum glauben, wo sie sind und was sie sehen.

Alle weinen vor Glück.

Der Flüchtling ist begeistert von der BRD.

Da sagt er im Überschwang der Freude seinen dritten Wunsch: „Ich will ein Deutscher sein“.

Die Fee schaut ihn an und fragt sicherheitshalber einmal nach: „Willst du das wirklich“.

Und er sagt „Ja“.

Da schwingt die Fee abermals ihren Stab durch die kalte Luft, und hinter dem Stab entsteht eine breiige, bräunliche, übelriechende Substanz, während industriell-metallische Sterbeklänge und die Lügen der Politiker, Werber, Wirtschaftsweisen und Journalisten an das Ohr dringen. Die Familie löst sich im Nichts auf. Das Haus löst sich im Nichts auf. Das Geld löst sich im Nichts auf. Alles ist weg. Das einzige, was dem Mann bleibt, ist lebenslanges Arbeiten, der psychische Terror der Jobcenter, die schließliche Entsorgung in einem kirchlichen Pflegeheim, in dem er vernachlässigt und korrekt verwaltet auf seinen Tod warten muss — und dazu ein Pass, auf dem „Bundesrepublik Deutschland“ steht.


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