PROLLblog


Wahr und unwahr und völlig unwahr by 124c41
9. April 2015, 14:19
Filed under: Realsatire, Tagesgeschehen | Schlagwörter: , ,

Wahr ists, dass Googles YouTube demnächst von den Leuten Geld dafür nehmen will, dass sie ohne Reklame YouTube gucken können.

Unwahr ists hingegen, dass Leute, die von Reklame genervt sind, nicht viel lieber das kostenlose Adblock Edge nehmen werden, das nicht nur die Darstellung der Reklame und das Träcking der Webnutzung durch Reklameunternehmen unterbindet, sondern auch eine unentbehrliche Sicherheits-Software ist, obwohl dieser weit über YouTube hinausgehende Zusatznutzen auch noch preiswerter, nämlich völlig kostenlos, ist. Es wird also auch in Zukunft nicht so sein, dass nur Menschen, die über Kaufkraft verfügen, keine idiotische Reklame in YouTube ertragen müssen — sondern so, dass Dummköpfe und technisch Desinteressierte mit Geld ein bisschen von Google abgemolken werden (und dafür von einem Reklamehirnficker ein „gutes Gewissen“ eingeredet kriegen).

Völlig unwahr ists, dass YouTube-Nutzer aus der BRD sich schon jetzt darauf freuen, demnächt ein paar Euro im Monat dafür hinlegen zu dürfen, dass sie GEMA-Sperrtafeln an allen möglichen und unmöglichen Stellen sehen. Wenn die Benutzung von Proxyservern zum neuen Westfernsehen geworden ist, ist das Bezahlmodell für die Zensur durch die Geistigen Eigentumsvergewaltiger eine Zumutung.

Der, die oder das PROLLblog(in) wünscht Google viel Spaß bei seinen Versuchen, Geschäftsmodelle jenseits der Vergällung von erwünschten Inhalten mit unerwünschter Reklame zu finden… und merkt mit fröhlicher Stimme an, dass die meisten Menschen nicht einmal halb so blöd sind, wie durchgeschepperte Marketing-Idioten zu glauben scheinen.



Axel Springer arbeitet mit voller Kraft by 124c41
15. November 2012, 02:36
Filed under: Abschwung, Realsatire, Tagesgeschehen | Schlagwörter: , , , , ,

Bild soll Mitte 2013 mit einem Bezahlmodell kommen. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass bis zum Jahresende für die Online-Ausgabe der Welt Bezahlinhalte startklar sein sollen. Dann soll nur noch eine begrenzte Zahl von Klicks kostenlos sein. Bild.de soll Mitte 2013 mit einem eigenen Modell folgen. Derzeit arbeite Axel Springer mit voller Kraft an entsprechenden Ideen, sagte Zeitungsvorstand Jan Bayer

Selbst durch die so unsinnliche Internetleitung kann der, die oder das PROLLblog(in) förmlich den markanten Schweißgeruch wahrnehmen, der dort entsteht, wo Axel Springer mit voller Kraft an solchen tollen Ideen arbeitet.

Am Ende wird gewiss so ein überwältigender Erfolg rauskommen wie die Frankfurter Rundschau das Hamburger Abendblatt von vor zwei Jahren.



Journalistische Glühlampe by 124c41
23. Dezember 2009, 02:44
Filed under: Diverses, Weltknall | Schlagwörter: , , , ,

Frage: Wie viele Journalisten und Zeitungsverleger werden gebraucht, um eine Glühlampe auszuwechseln?

Antwort: Nur einer. Dieser stellt sich schön hoch und mit stolz erhobener Nase auf eine Leiter, hält mit einer Hand und lässiger Geste die Glühlampe fest und erwartet, dass sich die Welt wie gewohnt um ihn zu drehen beginnt.



PROLLblog(in) wird Paid Content by 124c41

Die zum Teil dramatische Zeitungskrise in der westlichen Welt, die vor allem in Amerika wie ein Orkan gewütet hat, wurde hervorgerufen durch die Jugend, die sich der Elektronik zugewandt hat und sich vom gedruckten Wort abwendet.

Alfred E. DuMont

Stopp! Gib erstmal Geld!

Liebe(r) Leser(in)!

Schämen Sie sich gar nicht? Finden Sie denn gar nicht, dass sie ein widerwärtiger Vampir sind, der einfach jedes Qualitätsprodukt kostenlos aussaugen will, um dann die leere Hülle liegen zu lassen? Finden Sie nicht auch, dass die Kostenlosmentalität im Internet zutiefst asozial ist? Dass sie einfach nur asozial sind? Sie Schuft(in), Sie! Sie Arschloch von Leser!

Ist es denn zu viel verlangt, in Zeiten, in denen der flüchtige Blowjob einer unterqualifizierten polnischen Nutte in einer Seitenstraße fünfzig Euro kostet oder der völlig sinnbefreie Tannenbaum neben dem Fernseher mindestens einen Zehner, für das Produkt Qualitätssatire in der oder dem PROLLblog(in) knapp 3 Cent die Minute zu bezahlen.

Ab jetzt wird es von Ihnen nicht mehr verlangt, ab jetzt werden Sie zum Zahlen gezwungen. Lesen müssen Sie ja sowieso! Weil wir es Ihnen sagen! Vielleicht ist es aussichtslos. Vielleicht ist es selbstmörderisch. Vielleicht ist es auch unverschämt. Doch vor allem ist es eins: Es ist alternativlos. Sehen Sie ja, Sie haben keine Alternative mehr!

Das Verfahren ist einfach. Sie sehen nur noch Überschriften, und wenn Sie darauf klicken, sehen sie eine offene Hand. Dann müssen Sie zahlen, um lesen zu können, was unter der Überschrift stehen würde, wenn Sie gezahlt hätten. Weil wir das bewährte Konzept des Abonnements ins Internet retten wollen, überweisen Sie einfach für einen Monat im Voraus die drei Cent pro Minute, das sind lächerliche 1296 Euro. Dafür geben wir Ihnen einen persönlichen Zugangscode, damit wir auch Ihre persönlichen Interessen besser kennen lernen. Endlich bekommen Sie auch die Reklame, die zu Ihnen passt. Davon haben wir doch alle etwas.

Wir setzen bei dem oder das PROLLblog(in) die bewährte Technik des Hamburger Abendblattes ein, so dass Sie garantiert nicht mehr an die Inhalte herankommen, wenn Sie keine Umwege über das pöse Internet gehen.

Damit ist die Qualitätssatire vorerst gerettet! Ein besseres Leben dank Paid Content!

Vielen Dank für Ihr Unverständnis.

Matthias E. Iken